Schaffhauser Nachrichten. Dienstag 4. Juli 2006, Region

Nachwuchstalente überzeugten
«Der Schlagzeuger hat eh den coolsten Job in einer Band», raunt «King Cover»-Sänger Patrick Stoll ins Mikrofon.
Klar, denn der Schlagzeuger hat zwei Drum-sticks, und wenn er böse ist, dann wird er dir damit das Trommelfell löchrig trommeln. Ohne mit der Wimper zu zucken. Hell yeah. Allerdings ist es mit Schlagkraft allein noch nicht getan, denn ein guter Schlagzeuger muss auch mit seinen Mitmusikern kooperieren können.
Wie es sich anfühlt, als Teil einer Band auf der Bühne zu stehen, diese Erfahrung durften die Schüler und Schülerinnen von Schlagzeuglehrer Urs Bringolf am Samstagabend machen. Anlässlich der zweiten «Drumdaynight» gaben sie gemeinsam mit «King Cover», der Band von Urs Bringolf,
im Haberhauskeller ein Konzert, bei dem sie ihr Können unter Beweis stellen konnten. Seit Februar haben sich die Schüler auf diesen Anlass vorbereitet. Jeder suchte für sich ein bestimmtes Stück aus, welches er probte und einstudierte, um es dann am Samstagabend mit Taktgefühl und Präzision auf die Bühne zu brettern.

Noch etwas unsicher schritt der erste Schüler auf die Bühne, und beim Einzählen zitterte seine Stimme.
Doch dann legte er, gerademal sieben Jahre alt, sicher und taktgetreu den Rhythmusboden hin, zum bluesigen Einstieg in den Abend.
Auch die in der Folge spielenden Schüler konnten mit ihrem Handwerk überzeugen, sei es mit punktgenauen Schlägen bei Zuccheros «Baila», sei es mit der Nonchalance hingeworfener Kombinationen, die genau zu Santanas Hit «Smooth» passten. Die Songliste erstreckte sich über ein weites Feld.
Von Blues über Rock und 80erJahre-Synthesizer-Pop, bis hin zu 90erJahre-Brit-Pop.
I
m Verlaufe des Abends wurden die Stücke immer anspruchsvoller. Die Schlagzeugeinsätze komplexer und variantenreicher.
«Last resort» mit seinen immer wiederkehrenden Rhythmuswechseln, stellte hohe Anforderungen an das Können des Musikers, welche dieser jedoch bravourös meisterte. Begeistern konnten auch die gefühlvoll zwischen laut und leise wechselnden Schläge bei Robbie Williams' «Hot fudge» oder das Schweizer-Uhr-genaue Spiel, das die Zuschauer beim Disco-Klassiker «Power of Love» von den Sitzen riss.

Nach gewissen Anfangshemmungen fühlten sich die Nachwuchstalente in der Folge sichtlich wohl an ihrem Platz auf der Bühne. Einige zelebrierten richtiggehend ihr Spiel. Eben so, wie es sich für einen Schlagzeuger gehört. «King Cover» ihrerseits unterstützten die Schüler und Schülerinnen, applaudierten und feuerten sie an, sodass die Jungen da hinter den Becken zu einem wirklichen Teil der Band wurden.

Lukas Linder
HABERHAUSKELLER
Drumdaynight